Will und going to im Englischen: Zukunft, Pläne und Vorhersagen
Will wird häufig für spontane Angebote, Entscheidungen, Versprechen und Vorhersagen verwendet. Be going to stellt oft eine bereits bestehende Absicht oder eine Vorhersage anhand aktueller Anzeichen dar. Die Formen überschneiden sich: Nicht jeder Satz lässt sich nur mit einer von beiden sinnvoll ausdrücken. Entscheidend ist, wie du die zukünftige Handlung im Gespräch präsentierst.
Deutsch kann Zukunft mit „werden“ oder einfach mit dem Präsens ausdrücken: „Ich rufe dich morgen an.“ Daraus folgt noch nicht, welche englische Form passt. Außerdem bedeutet das englische will nicht automatisch das deutsche „will“ im Sinne von „möchte“. I will help kann eine Zusage sein; I want to help drückt ausdrücklich den Wunsch aus, zu helfen.
Typische Situationen mit Audio
Die Tabelle zeigt häufige Verwendungen, keine ausnahmslosen Zuordnungen. Achte darauf, was der Satz im Gespräch tut: anbieten, versprechen, eine Absicht nennen oder etwas vorhersagen. Die jeweilige deutsche Übersetzung soll den Sinn vermitteln und muss dafür nicht jedes englische Wort einzeln abbilden.
| Verwendung | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Spontanes Angebot oder Entscheidung | will |
I’ll get it.Ich gehe ran. |
| Ein Versprechen | will |
I will call you tonight.Ich werde dich heute Abend anrufen. |
| Vorhersage als Einschätzung | will |
I think it will rain tomorrow.Ich glaube, morgen wird es regnen. |
| Eine bestehende Absicht | be going to |
We’re going to visit Rome in June.Wir haben vor, im Juni Rom zu besuchen. |
| Vorhersage anhand aktueller Anzeichen | be going to |
Look at those clouds. It’s going to rain.Sieh dir die Wolken an. Es wird regnen. |
| Frage nach einer Absicht | be going to |
What are you going to do this weekend?Was hast du am Wochenende vor? |
Will für Angebote und Entscheidungen im Gespräch
Stell dir vor, jemand steht mit schweren Taschen vor dir. Du reagierst und übernimmst spontan eine Aufgabe. I'll help you ist dafür eine natürliche Form. Das verkürzte 'll steht hier für will; die Handlung kann schon wenige Sekunden später beginnen.
Those bags look heavy. I’ll carry them for you.
Die Taschen sehen schwer aus. Ich trage sie für dich.We don’t have any bread. I’ll buy some.
Wir haben kein Brot. Ich kaufe welches.The phone is ringing. I’ll get it.
Das Telefon klingelt. Ich gehe ran.
Die englische Zukunftsform muss im Deutschen nicht immer als „Ich werde …“ wiedergegeben werden. Das deutsche Präsens erfüllt in diesen Situationen dieselbe Funktion: Du bietest etwas an oder entscheidest dich zu einer Handlung. Der Unterschied liegt in der Gesprächsabsicht, nicht in einer Mindestentfernung zur Zukunft.
I'm going to help you ist deswegen kein grundsätzlich falscher Satz. Er stellt die Hilfe eher als Absicht dar. Die bekannte Schulregel „spontan = will“ ist eine nützliche Orientierung für typische Angebote, aber kein Beweis, dass going to in jeder ähnlichen Situation unmöglich wäre. Im Quiz muss entweder die gewünschte Funktion eindeutig sein oder die Aufgabe ausdrücklich nach einer bestimmten Struktur fragen.
Versprechen, Zusagen und Bereitschaft
Mit will kannst du eine Verpflichtung übernehmen oder jemandem versichern, dass du etwas tust. Wörter wie promise unterstützen diese Bedeutung, sind aber nicht zwingend erforderlich. Die Zusage ergibt sich auch aus dem Zusammenhang.
I promise I’ll call you tonight.
Ich verspreche, dich heute Abend anzurufen.Don’t worry. I won’t tell anyone.
Keine Sorge. Ich werde es niemandem erzählen.I’ll be there for you.
Ich werde für dich da sein.
Das zweite Beispiel enthält won't, die Kurzform von will not. Hier verspricht die Person, etwas nicht zu tun. In anderen Situationen kann won't eine Weigerung ausdrücken: He won't help us kann bedeuten, dass er nicht helfen will. Es ist daher sinnvoll, Bereitschaft und reine Vorhersage auseinanderzuhalten.
Auch Gegenstände können in solchen Aussagen vorkommen: The car won't start, Das Auto springt nicht an. Das Auto besitzt keinen menschlichen Willen. Der Ausdruck beschreibt, dass etwas nicht wie erwartet funktioniert. Solche Verwendungen zeigen, warum eine einzige deutsche Übersetzung für alle Sätze mit will nicht ausreicht.
Be going to für eine bestehende Absicht
Mit be going to kannst du mitteilen, was du vorhast. Der Entschluss besteht zum Zeitpunkt der Aussage bereits. Die Konstruktion enthält immer eine passende Form von be: am, is oder are im Präsens.
I’m going to study tonight.
Ich habe vor, heute Abend zu lernen.We’re going to visit our grandparents on Sunday.
Wir haben vor, am Sonntag unsere Großeltern zu besuchen.She’s going to look for a new job.
Sie hat vor, sich eine neue Stelle zu suchen.
Eine Absicht ist nicht automatisch eine feste Verabredung mit allen Einzelheiten. Du kannst vorhaben, eine neue Stelle zu suchen, ohne bereits Termine vereinbart zu haben. Going to behauptet auch nicht, dass der Plan garantiert ausgeführt wird. Pläne können sich ändern.
Die Regel verlangt außerdem nicht, dass die Entscheidung schon seit Tagen feststeht. Entscheidend ist, dass du sie im Satz als Absicht darstellst. Der Zeitpunkt der Entscheidung ist oft ein hilfreicher Hinweis, aber kein unsichtbarer Zeitmesser, der nach einer bestimmten Zahl von Minuten die einzig korrekte Form auswählt.
Vorhersagen: Einschätzung oder sichtbare Anzeichen
Will ist sehr üblich, wenn du eine Einschätzung über die Zukunft gibst. Going to hebt häufig hervor, dass die gegenwärtige Situation bereits in diese Richtung zeigt. Die Unterscheidung betrifft die Darstellung der Vorhersage, nicht eine feste Wahrscheinlichkeit.
I think she’ll enjoy the film.
Ich glaube, der Film wird ihr gefallen.Look at those dark clouds. It’s going to rain.
Sieh dir die dunklen Wolken an. Es wird regnen.Be careful! Those boxes are going to fall.
Vorsicht! Die Kisten werden gleich herunterfallen.
Bei den Wolken und den Kisten gibt es sichtbare Anzeichen. Beim Film gibst du eine Einschätzung ab. Trotzdem können in vielen Vorhersagen beide Formen vorkommen, wenn die sprechende Person den Fokus anders setzt. I think zwingt nicht automatisch zu will, und das Wort tomorrow erzwingt keine bestimmte Form.
Going to bedeutet auch nicht „hundertprozentig sicher“. Die Kisten können beispielsweise noch aufgefangen werden. Die Konstruktion signalisiert, wie die Person die aktuelle Situation deutet. Vermeide daher Tabellen, die will und going to feste Prozentzahlen für Sicherheit zuschreiben.
Will richtig bilden
Das Grundmuster lautet Subjekt + will + Grundform. Will verändert sich nicht mit der Person. Du schreibst I will, you will, he will, she will, we will und they will. Das nächste Verb erhält kein zusätzliches -s.
She will call after lunch.
Sie wird nach dem Mittagessen anrufen.They will be ready soon.
Sie werden bald bereit sein.
Falsch wäre She will calls; richtig ist She will call. Ebenso heißt es will be, nicht will is oder will are. Nach will steht kein to: nicht will to call, sondern will call. Dieses Muster ist unabhängig davon, ob der Satz ein Versprechen oder eine Vorhersage enthält.
Die Kurzformen verbinden das Subjekt mit 'll: I'll, you'll, he'll, she'll, we'll, they'll. In neutralen Gesprächen und informellen Texten sind sie üblich. Die volle Form kann deutlicher oder nachdrücklicher klingen, ist aber nicht automatisch förmlich. Lerne beide Schreibweisen, damit du sie beim Lesen und Hören erkennst.
Be going to richtig bilden
Bei dieser Konstruktion musst du das Hilfsverb an das Subjekt anpassen: I am going to, you are going to, he is going to, she is going to, we are going to, they are going to. Nach to folgt die Grundform der eigentlichen Handlung.
He is going to cook dinner.
Er hat vor, das Abendessen zu kochen.We are going to stay at home.
Wir haben vor, zu Hause zu bleiben.
Falsch sind He going to cook und We is going to stay. Richtig sind He is going to cook und We are going to stay. Auch bei einem einzelnen angesprochenen Menschen heißt es You are going to, nicht You is going to. Die Anzahl der angesprochenen Personen verändert die Form nach you nicht.
Das Tätigkeitsverb bekommt keine Personenendung: She is going to work, nicht She is going to works. Nach der Konstruktion kann auch be stehen: It's going to be difficult, Es wird schwierig werden. Du brauchst hier sowohl is als Teil von be going to als auch die Grundform be für den beschriebenen Zustand.
Fragen und kurze Antworten
Bei will stellst du das Hilfsverb vor das Subjekt: Will you help me? Bei be going to stellst du die Form von be nach vorn: Are you going to help me? Ein zusätzliches do ist in beiden Mustern nicht nötig.
What will you do next?
Was wirst du als Nächstes tun?What are you going to do this weekend?
Was hast du am Wochenende vor?
Falsch sind Do you will help? und Do you going to help?. Die korrekten Formen enthalten bereits ein Hilfsverb, das die Frage bildet. Vergleiche dazu do und does: Diese werden bei anderen Verben benötigt, dürfen aber nicht wahllos vor jede englische Frage gesetzt werden.
In einer kurzen Antwort greifst du das passende Hilfsverb auf: Will you help? — Yes, I will. Bei Are you going to cook? lautet die Kurzantwort Yes, I am. Nicht jede bejahende Antwort auf eine Zukunftsfrage endet deshalb mit will. Es kommt auf die tatsächliche Konstruktion der Frage an.
Verneinungen: won’t und not going to
Will not wird meist zu won't verkürzt. Bei be going to setzt du not hinter am, is oder are: I'm not going to, she isn't going to, we aren't going to. Die Verneinung richtet sich nach dem jeweiligen Hilfsverb.
I won’t forget your birthday.
Ich werde deinen Geburtstag nicht vergessen.She isn’t going to wait any longer.
Sie hat nicht vor, noch länger zu warten.We aren’t going to buy a new car this year.
Wir haben nicht vor, dieses Jahr ein neues Auto zu kaufen.
Falsch wäre She doesn't going to wait; richtig ist She isn't going to wait. Die Form going braucht in dieser Konstruktion eine Form von be, auch wenn der Satz negativ ist. Don't ersetzt sie nicht.
Zwischen I won't go und I'm not going to go können sich Ton und Fokus unterscheiden. Der erste Satz kann eine Vorhersage, eine Entscheidung oder eine Weigerung sein; der zweite stellt die fehlende Absicht häufig ausdrücklich dar. Beide können in einer konkreten Situation ähnlich gemeint sein. Lies sie nicht ohne Kontext als grundsätzlich verschiedene Grade von Höflichkeit.
Das deutsche will und die englische Zukunft
„Ich will nach Hause“ bezeichnet normalerweise einen Wunsch. Die direkte Entsprechung ist häufig I want to go home. I will go home stellt eher eine zukünftige Handlung, Entscheidung oder Bereitschaft dar. Die ähnliche Schreibweise darf dich nicht dazu verleiten, jede deutsche Form von „wollen“ automatisch mit will zu übersetzen.
Umgekehrt übersetzt du nicht jedes deutsche „werden“ mit will. In „Sie wird Ärztin“ bezeichnet „werden“ eine Veränderung; dafür kommt beispielsweise become infrage. Die deutsche Sprache verwendet ein Wort für mehrere Funktionen, die Englisch unterschiedlich ausdrückt. Dazu passt der Vergleich von become und get.
Auch das deutsche Präsens mit Zeitangabe liefert keine automatische Lösung. „Ich treffe ihn morgen“ kann eine feste Verabredung ausdrücken. Englisch verwendet dafür oft das Present Continuous: I'm meeting him tomorrow. Das ist eine wichtige Nachbarform, auch wenn der Schwerpunkt hier auf will und going to liegt.
Going to, Ortswechsel und gonna
Nicht jedes going to kündigt eine Handlung an. In I'm going to London steht nach to ein Ort. Der Satz beschreibt eine Fahrt oder Reise nach London. In I'm going to visit London folgt dagegen das Verb visit; hier liegt die Konstruktion zur Absicht vor.
Die Form I'm going to go home ist grammatisch möglich. Das erste going to gehört zur Zukunftskonstruktion, go bezeichnet die eigentliche Bewegung. Die Wiederholung mag zunächst ungewohnt wirken, ist aber kein Grund, das Hilfsverb oder das zweite Verb einfach zu streichen.
Beim Hören begegnest du oft gonna als informeller Aussprache und Schreibweise für going to vor einem Verb: I'm gonna call you. Für neutrale geschriebene Texte ist I'm going to call you die sichere Form. In einer Ortsangabe wie I'm going to London kannst du going to nicht auf dieselbe Weise zu gonna ersetzen.
Zeitangaben sind Hinweise, keine Schalter
Tomorrow, next week und soon sagen dir, wann eine Handlung gemeint ist. Sie entscheiden nicht allein, welche Zukunftskonstruktion du brauchst. Sowohl I'll call tomorrow als auch I'm going to call tomorrow können sinnvolle Sätze sein. Der Unterschied liegt darin, ob du etwa eine Zusage machst oder eine Absicht beschreibst.
Prüfe deshalb nacheinander die Funktion und die Form. Bei einer Zusage ist will häufig passend; bei einem bestehenden Vorhaben ist be going to oft natürlich. Wenn beide Lesarten möglich sind, ist der Satz ohne zusätzlichen Kontext nicht automatisch eine Aufgabe mit nur einer richtigen Lösung.
Fluera verbindet solche Erklärungen mit kurzen Englischübungen. Im folgenden Quiz sind die gewünschte Konstruktion oder der Satzbau ausdrücklich erkennbar, damit du Zukunftsformen sicher bildest, ohne dir falsche Signalwortregeln anzugewöhnen.
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Frage 1 von 15
Häufige Fragen
Wann verwende ich will und wann going to?
Will ist häufig bei Angeboten, Zusagen und Vorhersagen. Be going to stellt oft eine bestehende Absicht oder eine Vorhersage anhand aktueller Anzeichen dar. Die Verwendungen überschneiden sich; der Zusammenhang entscheidet über den Fokus.Muss nach tomorrow immer will stehen?
Tomorrow nennt nur den Zeitpunkt. I'll call tomorrow und I'm going to call tomorrow können beide sinnvoll sein, etwa als Zusage oder als Beschreibung einer Absicht.Bedeutet englisches will dasselbe wie deutsches will?
I want to help. I will help kann dagegen eine Zusage oder Entscheidung sein. Übersetze die Absicht des ganzen Satzes.Heißt es she going to oder she is going to?
she is going to. Die Konstruktion braucht eine Form von be: I am, you are, she is, we are und they are. Danach folgt going to mit der Grundform des Tätigkeitsverbs.Wie bilde ich die negative Form von will?
will not, meist verkürzt zu won't: I won't forget. Bei be going to verneinst du dagegen be: She isn't going to wait. Verwende dafür nicht doesn't going to.Sind will und going to bei Vorhersagen austauschbar?
Going to hebt oft aktuelle Anzeichen hervor, will ist üblich bei Einschätzungen. Keine der Formen garantiert einen bestimmten Ausgang oder eine feste Wahrscheinlichkeit.Kann ich gonna überall statt going to verwenden?
Gonna ist informell und steht für die Konstruktion vor einem Verb, etwa I'm gonna call. In einer Ortsangabe wie I'm going to London ist dieser Austausch nicht möglich. In neutralen Texten schreibe going to.