Do oder does im Englischen: Fragen und Verneinungen im Präsens

Do und does bilden unter anderem Fragen und Verneinungen im Simple Present. Mit he, she, it und entsprechenden Subjekten im Singular verwendest du does; mit I, you, we, they verwendest du do. Das Hauptverb steht danach in der Grundform: Does she work here?, Arbeitet sie hier?

Deutsch kommt in „Arbeitest du hier?“ ohne zusätzliches Hilfsverb aus. Genau deshalb wirkt das englische do anfangs überflüssig. Es bedeutet in dieser Frage aber nicht „tun“ oder „machen“, sondern übernimmt eine grammatische Aufgabe. Du übersetzt den Satz als Ganzes. Wichtig sind außerdem die Ausnahmen: be, Modalverben und Fragen nach dem Subjekt folgen anderen Mustern.

Die Grundformen im Vergleich

Vergleiche Frage, Verneinung und Kurzantwort. Das Hilfsverb verändert sich nach dem Subjekt; das Hauptverb bleibt nach do, does, don’t und doesn’t unverändert. Höre die Beispiele als vollständige Sätze und achte auf die Stellung des Hilfsverbs.

Form Verwendung Beispiel
do Mit I, you, we und they Do you work here?Arbeitest du hier?
does Mit he, she und it Does she work here?Arbeitet sie hier?
don’t Verneinung mit I, you, we und they I don’t work here.Ich arbeite nicht hier.
doesn’t Verneinung mit he, she und it He doesn’t work here.Er arbeitet nicht hier.
Yes, … do Bejahende Kurzantwort Yes, I do.Ja.
No, … doesn’t Verneinende Kurzantwort No, she doesn’t.Nein.

Im deutschen „Ja“ der fünften Zeile fehlt eine direkte Übersetzung von I do. Englisch greift hier das Hilfsverb aus der Frage wieder auf. Du musst deshalb weder „Ja, ich tue“ sagen noch das Wort do aus dem englischen Satz entfernen.

Welches Subjekt braucht do, welches does?

Mit I, you, we und they verwendest du do. Das gilt für Fragen wie Do you live here? und Do they know the address?. You kann eine Person oder mehrere Personen meinen. Ob die deutsche Übersetzung „du“, „ihr“ oder die höfliche Anrede „Sie“ verwendet, ändert die englische Verbform nicht.

Mit he, she und it verwendest du does. Ein einzelner Name oder ein passendes Nomen funktioniert genauso: Does Anna live here?, Wohnt Anna hier? Does this shop open early?, Öffnet dieser Laden früh? Du kannst das Subjekt zur Kontrolle gedanklich durch ein Pronomen ersetzen.

Do your parents live nearby?
Wohnen deine Eltern in der Nähe?

Does your brother work on Saturdays?
Arbeitet dein Bruder samstags?

Ein langer Zusatz kann vom eigentlichen Subjekt ablenken. In Does the woman with the two dogs live here? ist die Frau das Subjekt im Singular. Die beiden Hunde stehen in einer Ergänzung. Sie machen aus does kein do.

Auch die Bedeutung eines Gruppenworts reicht nicht allein. Everyone ist grammatisch Singular: Does everyone understand?. People im Sinn von „Menschen“ oder „Leute“ ist Plural: Do people wait here?. Prüfe die englische Form und nicht nur, wie viele Menschen du dir vorstellst.

Eine Ja-Nein-Frage Schritt für Schritt

Das normale Muster bei einem gewöhnlichen Vollverb lautet: Hilfsverb, Subjekt, Grundform, Ergänzung. Aus You work here wird Do you work here?. Aus She works here wird Does she work here?. Die Frage verlangt also mehr als einen anderen Tonfall.

Does the bus stop at the station?
Hält der Bus am Bahnhof?

Do you need a receipt?
Brauchst du einen Beleg?

Im Deutschen steht in „Brauchen Sie einen Beleg?“ das Vollverb vorne. Eine direkte Übertragung als Need you a receipt? ist für diese gewöhnliche Alltagsfrage kein passendes Standardmuster. Verwende Do you need a receipt?. Das zusätzliche Hilfsverb trägt die Fragekonstruktion.

Der deutsche Satzbau hilft trotzdem bei einer Entscheidung: Du musst wissen, wer etwas tut. Die Form der Anrede allein bestimmt nicht, ob do oder does nötig ist. „Sie“ kann auf Deutsch sowohl eine höflich angesprochene Person als auch eine weibliche dritte Person bezeichnen. Englisch unterscheidet Do you …? und Does she …? deutlich.

Fragen mit where, when und what time

Wenn du nach einem Ort, einer Zeit oder einem Grund fragst, steht die Fragegruppe gewöhnlich vor do oder does: Where do you live?, Wo wohnst du? When does the film start?, Wann beginnt der Film? Why do they leave early?, Warum gehen sie früh?

What time does your train leave?
Um wie viel Uhr fährt dein Zug ab?

What time bildet zusammen eine Fragegruppe. Danach folgen does, das Subjekt your train und die Grundform leave. Die Länge der Fragegruppe verändert das Grundmuster nicht. What time your train leaves? ist nicht die neutrale direkte Frage, die du hier bilden möchtest.

Die Frage „Wie oft?“ lautet How often: How often do you cook?, Wie oft kochst du? Bei einer dritten Person heißt es How often does she cook?. Das Fragewort ersetzt also nicht das Hilfsverb.

Eine wichtige Ausnahme sind Fragen, in denen das Fragewort selbst das Subjekt ist. Who lives here? fragt, wer hier wohnt. Dort steht normalerweise kein do. Diesen Unterschied solltest du erst nach dem Grundmuster prüfen, statt sämtliche Sätze mit who gleich zu behandeln.

Warum nach does kein zusätzliches s steht

In der neutralen Aussage She works here markiert works die dritte Person. In Does she work here? übernimmt does diese Markierung. Das Vollverb kehrt zur Grundform work zurück. Does she works here? ist daher falsch.

Das gilt auch, wenn sich die Verbform stärker verändert. Aus He goes to work by bus wird Does he go to work by bus?. Aus She has a question wird Does she have a question?. Die Form Does she has a question? trägt die Personenmarkierung an der falschen zweiten Stelle.

He doesn’t watch television in the morning.
Er sieht morgens nicht fern.

Auch nach doesn’t bleibt watch unverändert. Du brauchst weder watches noch to watch. Die Grundform nach diesem Hilfsverb ist der Infinitiv ohne to. Does he to watch television? wird deshalb zu Does he watch television?.

Diese Regel gilt für das direkt anschließende Hauptverb. In Does she want to study? steht nach want trotzdem to study, weil want to ein eigenes Muster bildet. Does verlangt die Grundform want; es verbietet nicht jedes weitere to im Satz.

Don’t und doesn’t für nicht und kein

Don’t ist die Kurzform von do not, doesn’t die von does not. Für gewöhnliche Verneinungen im Simple Present wählst du wieder nach dem Subjekt: I don’t know, Ich weiß es nicht; She doesn’t know, Sie weiß es nicht.

We don’t eat meat.
Wir essen kein Fleisch.

My sister doesn’t drink coffee.
Meine Schwester trinkt keinen Kaffee.

Deutsch kann „nicht“ oder eine Form von „kein“ verwenden. Englisch baut diese Sätze mit dem Hilfsverb und not. She not drinks coffee wird zu She doesn’t drink coffee. I doesn’t know wird zu I don’t know. Kontrolliere also sowohl das Hilfsverb als auch die Grundform danach.

Die ausgeschriebenen Formen do not und does not sind ebenfalls richtig. Sie können betont wirken oder einfach zum Schreibstil passen. Die Kurzformen sind in Gesprächen und vielen alltäglichen Texten normal. Der Apostroph gehört zur Kontraktion: don’t und doesn’t sind keine Wörter ohne Satzzeichen.

Auch die übrigen Wörter bestimmen die Bedeutung. I don’t always work on Sundays heißt, dass du sonntags nicht immer arbeitest. Es heißt nicht automatisch, dass du sonntags nie arbeitest. Eine korrekte Verneinung darf diesen Unterschied in der Übersetzung nicht verlieren.

Kurzantworten und das deutsche Doch

Eine Kurzantwort kann aus Yes oder No, einem Pronomen und dem passenden Hilfsverb bestehen: Yes, I do; No, I don’t; Yes, she does; No, they don’t. Du musst den Rest der Frage nicht wiederholen, weil er schon bekannt ist.

Does Anna work here? — Yes, she does.
Arbeitet Anna hier? — Ja.

Bei Do you like tea? antwortest du für dich selbst mit Yes, I do. Wenn du für mehrere Personen sprichst, ist Yes, we do möglich. Das Pronomen der Antwort entscheidet; du kopierst nicht einfach die Person aus der Frage.

Deutsch hat ein eigenes „doch“, um einer verneinten Frage zu widersprechen. Bei Don’t you like coffee? bedeutet Yes, I do, dass du Kaffee magst: Doch, den mag ich. No, I don’t bestätigt dagegen, dass du ihn nicht magst. Orientiere dich am tatsächlichen Sachverhalt und an der positiven oder negativen Verbform.

Ein bloßes Yes oder No ist nicht grundsätzlich falsch. Eine Kurzantwort mit Hilfsverb kann aber klarer sein, besonders wenn die Frage negativ formuliert wurde. In einer längeren Antwort darfst du natürlich auch den Grund hinzufügen.

Do als Vollverb: What do you do?

Do ist nicht nur ein Hilfsverb. Als Vollverb bedeutet es in bestimmten Verbindungen „tun“ oder „machen“: do homework, Hausaufgaben machen; do the shopping, einkaufen. Im Präsens wird dieses Vollverb mit he, she oder it zu does.

She does her homework after dinner.
Sie macht ihre Hausaufgaben nach dem Abendessen.

What do you do on Sundays?
Was machst du sonntags?

Im zweiten Beispiel baut das erste do die Frage auf. Das zweite benennt die Tätigkeit. Die beiden Wörter sind keine versehentliche Wiederholung. Mit she entsteht What does she do on Sundays?: Das Hilfsverb wird zu does, das Vollverb bleibt do.

He doesn’t do the shopping folgt demselben Prinzip. Wenn du wissen möchtest, wann „machen“ eher do oder make bedeutet, hilft der Vergleich do und make. Die Rolle als Hilfsverb ist eine zusätzliche Funktion und kein Ersatz für diese Wortschatzfrage.

Wann be und Modalverben ohne do auskommen

Mit be im Präsens stellst du die Frage direkt: Are you ready?, Bist du bereit? Is she at home?, Ist sie zu Hause? Does she be at home? ist für diese einfache Frage falsch. Auch die Verneinung benötigt kein do: She isn’t at home.

Bei einem Modalverb wie can steht das Modalverb vor dem Subjekt: Can you swim?, Kannst du schwimmen? Do you can swim? vermischt zwei Strukturen. Die Verneinung lautet I can’t swim, nicht I don’t can swim.

Has she finished the report?
Hat sie den Bericht fertiggestellt?

Hier ist has bereits ein Hilfsverb des Present Perfect. Du fügst kein does hinzu. Anders ist have als Vollverb für Besitz: Does she have a car? ist üblich. Der Beitrag zu have und has erklärt, warum dieselbe Wortfamilie verschiedene Fragemuster hat.

Subjektfragen und indirekte Fragen

Vergleiche Who works here? und Who do you work with?. Im ersten Satz ist unbekannt, welche Person hier arbeitet; who ist selbst das Subjekt. Im zweiten Satz ist you das Subjekt, und die Frage betrifft deinen Arbeitspartner. Deshalb brauchst du im zweiten Muster do.

In einer indirekten Frage wird die eingebettete Frage anders gebaut: Aus Where does she live? wird Do you know where she lives?. Der zweite Teil hat die Reihenfolge Subjekt und Verb. Do you know where does she live? ist in diesem eingebetteten Muster falsch.

Für Deutschsprachige ist zusätzlich wichtig, das Verb nicht nach deutschem Nebensatzmuster ans Ende einer längeren Wortgruppe zu schieben. I know where she works every Monday behält she works zusammen vor der Zeitangabe. Du überträgst nicht die gesamte deutsche Wortstellung aus „wo sie jeden Montag arbeitet“.

Im Gespräch kannst du auch You work here? hören, etwa als überraschte Rückfrage. Das ist eine mögliche Bestätigungsfrage mit Aussageform. Für die neutrale direkte Frage ohne solchen Kontext bleibt Do you work here? das geeignete Grundmuster.

Betonung und der Wechsel in die Vergangenheit

In einer betonten bejahenden Aussage sind do und does ebenfalls möglich: I do know the answer, Ich kenne die Antwort sehr wohl. She does work here kann widersprechen, wenn jemand behauptet hat, dass sie hier nicht arbeitet. Nach dem Hilfsverb bleibt wieder die Grundform.

Eine neutrale Aussage braucht diese Betonung nicht: I know the answer reicht aus. Wenn du do in jede Bejahung einfügst, verändert das die Wirkung deiner Sätze. Lerne daher zuerst Aussage, Frage und Verneinung und ergänze das betonte Muster dort, wo du tatsächlich bekräftigen möchtest.

Für gewöhnliche Fragen in der Vergangenheit steht did mit allen Personen: Did she work yesterday?. Das ist kein weiteres Beispiel für does. Beim Verb be verwendest du dagegen was oder were, etwa Was she at work yesterday?.

Im Quiz übst du Subjekte, Grundformen und Kurzantworten. Über den Englischkurs von Fluera kannst du daraus eigene Fragen nach Gewohnheiten, Vorlieben und Arbeitszeiten bilden und die Satzmuster zusammen mit ihrer Aussprache festigen.

Üben

Frage 1 von 15

Frage im Präsens: ___ you work here?

Häufige Fragen

Wann verwende ich do und wann does?
Im Simple Present steht does bei he, she, it und entsprechenden Subjekten im Singular. Mit I, you, we, they steht do. Nach dem Hilfsverb folgt die Grundform: Does she work?.
Warum heißt es Does she have statt Does she has?
Does trägt bereits die Personenmarkierung. Deshalb bleibt das folgende Vollverb in der Grundform have. Dasselbe gilt für Does he go? und Does she work?.
Wie übersetze ich Arbeitet ihr hier?
Mit Do you work here?. You kann du, ihr oder die höfliche Anrede Sie bedeuten. Für eine weibliche dritte Person wäre es dagegen Does she work here?.
Wann brauche ich don’t oder doesn’t?
Don’t steht mit I, you, we, they; doesn’t mit he, she, it. Nach beiden bleibt das Hauptverb in der Grundform: She doesn’t drink coffee.
Haben alle Fragen im Präsens do oder does?
Nein. Beispiele ohne dieses Hilfsverb sind Are you ready?, Can you swim? und die Subjektfrage Who lives here?. Auch ein vorhandenes Hilfsverb wie in Has she finished? braucht kein zusätzliches do.
Wie antworte ich mit Doch auf Don’t you like coffee?
Wenn du Kaffee magst, passt Yes, I do. Wenn du ihn nicht magst, passt No, I don’t. Die positive oder negative Verbform macht den Sachverhalt deutlich.
Kann does in einem bejahten Satz stehen?
Ja, zur Betonung: She does work here, Sie arbeitet sehr wohl hier. Eine neutrale Aussage lautet normalerweise She works here. Auch nach betontem does bleibt work ohne s.