Can und could im Englischen: können, konnten und könnten

Can drückt unter anderem eine Fähigkeit, eine Erlaubnis oder eine allgemeine Möglichkeit aus. Could kann eine frühere Fähigkeit beschreiben, eine Bitte höflicher formulieren oder eine unsichere Möglichkeit nennen. Deshalb bedeutet could je nach Zusammenhang „konnte“ oder „könnte“: I could swim at five bezieht sich auf früher, Could you help me? auf eine Bitte im jetzigen Gespräch.

Für Deutschsprachige sind zwei Unterschiede besonders wichtig. Erstens steht das zweite Verb im englischen Hauptsatz direkt nach dem Modalverb: She can swim, Sie kann schwimmen. Zweitens darfst du aus der Form allein nicht auf die Zeit schließen. In It could rain tomorrow geht es ausdrücklich um morgen. Entscheidend ist, ob du eine Fähigkeit, eine Bitte oder eine Vermutung ausdrücken möchtest.

Vier Verwendungen mit Audio

Die Beispiele zeigen verschiedene Aufgaben derselben Formen. Höre jeweils den ganzen Satz und lies die deutsche Bedeutung dazu. Die Übersetzung „können“ reicht als allgemeine Merkhilfe, erklärt aber noch nicht, was die sprechende Person in der Situation meint.

Verwendung Form Beispiel
Fähigkeit in der Gegenwart can She can play the guitar.Sie kann Gitarre spielen.
Allgemeine Fähigkeit in der Vergangenheit could My grandfather could fix anything.Mein Großvater konnte alles reparieren.
Höfliche Bitte could you Could you help me, please?Könnten Sie mir bitte helfen?
Unsichere Möglichkeit could It could rain later.Es könnte später regnen.

Can: etwas können oder gerade schaffen

Mit can beschreibst du, dass jemand eine Fähigkeit besitzt oder unter den aktuellen Umständen etwas tun kann. Das kann eine erlernte Fertigkeit sein, aber auch eine praktische Möglichkeit. Zwischen „Ich kann schwimmen“ und „Ich kann dich abholen“ besteht dieser Unterschied ebenso im Deutschen.

My sister can swim very well.
Meine Schwester kann sehr gut schwimmen.

I can pick you up after work.
Ich kann dich nach der Arbeit abholen.

We can finish this together.
Wir können das gemeinsam fertig machen.

Im ersten Satz geht es um eine Fähigkeit. Im zweiten erlauben die Umstände das Abholen: Die Person hat beispielsweise Zeit und ein Auto. Im dritten wird eine machbare gemeinsame Handlung vorgeschlagen. Du musst keine zusätzliche Zukunftsform bilden, nur weil after work einen späteren Zeitpunkt bezeichnet. Eine gegenwärtige Möglichkeit kann sich auf eine zukünftige Handlung beziehen.

Know how to kann ebenfalls Wissen über eine Tätigkeit ausdrücken: She knows how to drive, Sie weiß, wie man Auto fährt. Das ist eine mögliche Konstruktion, aber sie folgt einem anderen Muster. Falsch wäre She knows drive; richtig sind beispielsweise She can drive oder She knows how to drive. Lerne die jeweilige Verbindung als Ganzes.

Bei Wahrnehmungsverben übersetzt du besonders natürlich: I can hear you heißt häufig einfach „Ich höre dich“. Das englische can muss nicht mit einem zusätzlichen deutschen „kann“ wiedergegeben werden. Die Unterschiede zwischen absichtlichem Zuhören und tatsächlichem Hören behandelt auch listen und hear.

Der Satzbau: ohne to, ohne -s und ohne do

Nach can oder could folgt die Grundform des Verbs ohne to: can speak, could help, can be. Das Modalverb verändert sich nicht mit der Person. Du schreibst I can, you can, he can, she can, we can und they can. Ein -s an can ist in dieser Verwendung falsch.

She can speak English.
Sie kann Englisch sprechen.

Im Deutschen steht „sprechen“ am Ende. Im englischen Satz bleibt speak unmittelbar nach can, während English danach kommt. Die deutsche Reihenfolge darfst du deshalb nicht Wort für Wort übertragen. Falsch sind She cans speak English und She can to speak English; richtig ist She can speak English.

Fragen bildest du durch Umstellung: Can she speak English? Verneinungen bildest du mit not: She cannot speak English oder kürzer She can't speak English. Ein zusätzliches do ist nicht nötig. Falsch wäre Does she can swim?; richtig ist Can she swim? Bei gewöhnlichen Vollverben gelten andere Regeln, die du unter do und does findest.

Für could funktioniert dieselbe Struktur: Could he swim?, He couldn't swim. Du brauchst weder did noch eine weitere Vergangenheitsform des Hauptverbs. Falsch ist Did he could swim?; richtig ist Could he swim? Die Form could trägt hier bereits die Information, die für diese Frage gebraucht wird.

Could für frühere allgemeine Fähigkeiten

Wenn du erzählst, was jemand früher grundsätzlich konnte, passt could. Ein Zeitrahmen wie „als Kind“ oder „damals“ macht die vergangene Bedeutung deutlich. Du beschreibst damit die vorhandene Fähigkeit, nicht automatisch einen einzelnen erfolgreichen Versuch.

When I was a child, I could run very fast.
Als Kind konnte ich sehr schnell laufen.

My grandfather could repair almost anything.
Mein Großvater konnte fast alles reparieren.

Could you ride a bike when you were five?
Konntest du mit fünf Jahren Fahrrad fahren?

Das deutsche „konnte“ passt in diesen Beispielen gut. Trotzdem bleibt could kein universeller Ersatz für jede deutsche Vergangenheit mit „können“. Wenn der Satz ausdrücklich berichtet, dass eine bestimmte schwierige Handlung tatsächlich gelang, sind was able to oder managed to oft die klarere Wahl.

Vergleiche die Perspektiven: She could swim when she was six beschreibt ihre damalige Fähigkeit. She managed to reach the boat berichtet, dass sie das Boot in einer konkreten Situation tatsächlich erreichte. Die zweite Aussage enthält den Erfolg. Mit einer bloßen Fähigkeitsbeschreibung wäre diese Information nicht unbedingt genauso deutlich.

Einmaliger Erfolg und erfolgloser Versuch

Für einen einzelnen überwundenen Widerstand verwendest du häufig was able to oder managed to. Das gilt besonders, wenn du den erreichten Ausgang hervorheben möchtest. Managed to enthält oft die Vorstellung, dass Mühe oder ein Hindernis damit verbunden war.

The door was stuck, but we managed to open it.
Die Tür klemmte, aber wir schafften es, sie zu öffnen.

After several attempts, she was able to start the car.
Nach mehreren Versuchen konnte sie das Auto starten.

Die praktische Orientierung lautet also: allgemeine frühere Fähigkeit mit could, ein konkret erzielter Erfolg oft mit was able to oder managed to. Behandle diese Orientierung nicht als Verbot jeder anderen Verwendung. Mit Wahrnehmungs- und Denkverben ist could auch in einzelnen vergangenen Situationen üblich: I could hear music next door, Ich konnte nebenan Musik hören.

In der Verneinung ist couldn't für einen einzelnen Misserfolg ganz natürlich: We couldn't open the door, Wir konnten die Tür nicht öffnen. Hier brauchst du nicht zwanghaft eine andere Konstruktion. We weren't able to open it ist ebenfalls möglich und drückt denselben fehlenden Erfolg ausführlicher aus.

Bitten: Can you und Could you

Can you help me? und Could you help me? können beide eine Bitte sein. Could you klingt häufig vorsichtiger oder höflicher. Es fragt in diesem Zusammenhang nicht nach einer Fähigkeit in der Vergangenheit. Die Person soll jetzt oder später helfen.

Can you close the window, please?
Kannst du bitte das Fenster schließen?

Could you send me the address?
Könnten Sie mir die Adresse schicken?

Ob du im Deutschen „du“ oder „Sie“ verwendest, ergibt sich aus der Beziehung zwischen den Personen. Das englische you entscheidet das nicht. Ebenso ist can nicht automatisch unhöflich: Tonfall, Situation, please und die Größe der Bitte beeinflussen, wie sie ankommt. Unter Freunden kann eine einfache Frage mit Can you völlig passend sein.

Eine sinnvolle Antwort auf eine Bitte ist zum Beispiel Of course, Natürlich, oder Sure, I'll do it now, Klar, ich mache es gleich. Ein bloßes Yes, I could klingt oft so, als würdest du nur über eine hypothetische Fähigkeit sprechen, statt die Hilfe tatsächlich zuzusagen. Die grammatische Form der Frage muss also nicht mechanisch in der Antwort wiederholt werden.

Erlaubnis: Können heißt manchmal dürfen

In Can I sit here? geht es normalerweise nicht darum, ob du körperlich sitzen kannst. Du fragst, ob der Platz frei ist oder ob du ihn benutzen darfst. Could I sit here? formuliert dieselbe Anfrage zurückhaltender. Die deutsche Übersetzung kann deshalb „Darf ich hier sitzen?“ lauten.

Can I use your phone?
Darf ich dein Telefon benutzen?

Could I leave a little earlier today?
Dürfte ich heute etwas früher gehen?

Wenn du eine tatsächliche Erlaubnis erteilst, ist can üblich: Yes, you can use it, Ja, du darfst es benutzen. You could use it kann dagegen einen Vorschlag ausdrücken: Du könntest es benutzen. Das ist nicht immer dieselbe kommunikative Handlung.

Auch Vorschriften können can enthalten: Visitors can use the library until eight, Besucher dürfen die Bibliothek bis acht benutzen. Die Verneinung can't kann entsprechend eine fehlende Erlaubnis oder eine Unfähigkeit ausdrücken. Bei You can't park here entscheidet der Kontext, ob Parken verboten oder praktisch unmöglich ist. Lies deshalb die Begründung mit.

Allgemeine Möglichkeit oder konkrete Vermutung

Can eignet sich für etwas, das allgemein vorkommen kann: Winters here can be cold, Die Winter können hier kalt sein. Du beschreibst eine typische Möglichkeit, keine genaue Vorhersage für einen bestimmten Tag. Could eignet sich dagegen für eine unsichere Möglichkeit in einer konkreten Situation.

This road can be dangerous in winter.
Diese Straße kann im Winter gefährlich sein.

The road could be icy tonight.
Die Straße könnte heute Nacht vereist sein.

Maria could be at the office.
Maria könnte im Büro sein.

Im letzten Satz weißt du nicht sicher, wo Maria ist. Could bedeutet hier nicht, dass sie früher im Büro sein konnte. Für diese konkrete bejahte Vermutung ist could eine passende Wahl; can würde den Satz in Richtung einer allgemeinen Möglichkeit oder Fähigkeit verändern.

Du solltest daraus keine festen Prozentwerte ableiten. Could bedeutet nicht automatisch eine bestimmte rechnerische Wahrscheinlichkeit. Es markiert hier, dass die Möglichkeit offen ist. Verwandte Formen wie may und might können ebenfalls Unsicherheit ausdrücken, sind aber kein Grund, den Satz ohne Kontext als eindeutige Rangliste von Wahrscheinlichkeiten zu lesen.

Verneinungen und kurze Antworten

Die übliche volle Verneinung lautet cannot, zusammengeschrieben. Im Alltag ist can't sehr häufig. Bei could schreibst du could not oder couldn't. Diese Formen brauchen kein don't und kein didn't.

I can’t hear you. The music is too loud.
Ich kann dich nicht hören. Die Musik ist zu laut.

We couldn’t find the keys yesterday.
Wir konnten gestern die Schlüssel nicht finden.

Bei einer echten Fähigkeitsfrage kannst du kurz antworten: Can you swim? — Yes, I can oder No, I can't. Geht es um früher, passt Could you swim then? — Yes, I could. Die kurze Antwort richtet sich nach Person und Bedeutung: Aus you in der Frage wird I, wenn du über dich selbst sprichst.

Vorsicht bei Vermutungen: can't kann auch ausdrücken, dass du etwas für unmöglich hältst. That can't be right heißt „Das kann nicht stimmen“. Could not hat ebenfalls mehrere mögliche Lesarten; es ist nicht in jeder Situation einfach die schwächere Version von cannot. Wenn du nur ausdrücken möchtest, dass etwas vielleicht nicht passiert, ist eine ausgeschriebene Erklärung der Unsicherheit oft verständlicher als eine blind eingesetzte Verneinung.

Wo be able to gebraucht wird

Can besitzt keinen gewöhnlichen Infinitiv mit to. Du schreibst deshalb nicht to can und kombinierst es im Standardenglisch nicht mit will zu will can. An diesen Stellen übernimmt häufig be able to die Funktion.

I would love to be able to speak Italian.
Ich würde sehr gern Italienisch sprechen können.

Next year, I will be able to travel more.
Nächstes Jahr werde ich mehr reisen können.

Die Form von be muss zum Satz passen: am able to, was able to, will be able to. Nach einem bereits vorhandenen to steht die Grundform be, wie im ersten Beispiel. Das zusätzliche to vor dem eigentlichen Tätigkeitsverb gehört zur Konstruktion be able to speak.

Das bedeutet nicht, dass can grundsätzlich keine zukünftige Bedeutung haben darf. I can come tomorrow ist ein ganz normaler Satz. Du brauchst will be able to vor allem dann, wenn die Struktur oder die Aussage über eine künftige Fähigkeit diese Form verlangt. Vergleiche eine jetzt feststehende Verfügbarkeit mit einer Fähigkeit, die du erst nach einem Kurs erwerben wirst.

Eine praktische Entscheidung beim Schreiben

Prüfe zuerst die Funktion: Beschreibst du eine gegenwärtige Fähigkeit, eine frühere Fähigkeit, eine Bitte oder eine Möglichkeit? Suche dann den Zeitrahmen. Bei einer Bitte kann could gegenwärtig gemeint sein; bei einer Kindheitserinnerung beschreibt es eine frühere Fähigkeit. Erst danach baust du den Satz.

Kontrolliere anschließend die Form des zweiten Verbs. Nach can und could steht die Grundform ohne to. Bei be able to gehört to dagegen dazu. Prüfe zuletzt, ob die deutsche Übersetzung mit „können“, „dürfen“, „könnten“ oder einem gewöhnlichen Wahrnehmungsverb die tatsächliche Absicht besser wiedergibt.

In Fluera kannst du diese Unterschiede beim Englischüben mit kurzen Satzentscheidungen festigen. Das folgende Quiz verbindet die Bedeutung im Kontext mit der richtigen Verbform, damit du nicht nur eine deutsche Übersetzung auswendig lernst.

Üben

Frage 1 von 15

Allgemeine frühere Fähigkeit: My grandfather ___ fix anything when he was young.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen can und could?
Can beschreibt unter anderem gegenwärtige Fähigkeiten, Erlaubnis und allgemeine Möglichkeiten. Could kann eine frühere Fähigkeit, eine höfliche Bitte oder eine unsichere Möglichkeit ausdrücken. Die passende Übersetzung hängt deshalb vom Zusammenhang ab.
Ist could immer Vergangenheit?
Nein. In Could you help me? geht es um eine Bitte im jetzigen Gespräch. In It could rain tomorrow bezeichnet es eine zukünftige Möglichkeit. Vergangenheit ist nur eine seiner Verwendungen.
Ist Can you unhöflich?
Nicht grundsätzlich. Can you help me, please? kann freundlich und angemessen sein. Could you formuliert die Bitte häufig zurückhaltender. Auch Beziehung, Tonfall und Situation bestimmen die Höflichkeit.
Wann brauche ich was able to statt could?
Für einen konkret erzielten Erfolg in der Vergangenheit ist was able to oder managed to häufig klarer. Could beschreibt oft allgemeine frühere Fähigkeiten; bei Wahrnehmungsverben und verneinten Versuchen ist es auch in einzelnen Situationen üblich.
Heißt es she can oder she cans?
Richtig ist she can. Das Modalverb bekommt kein -s. Auch das folgende Verb bleibt in der Grundform: She can swim, nicht She can swims.
Kann ich will can sagen?
Im Standardenglisch nicht. Verwende bei dieser Struktur will be able to: I will be able to come. Für eine bereits bestehende zukünftige Möglichkeit kann auch I can come tomorrow passen.
Wie antworte ich auf Could you help me?
Bei einer Bitte kannst du zum Beispiel Of course oder Sure, I'll help sagen. Yes, I could klingt eher nach einer theoretischen Möglichkeit als nach einer klaren Zusage. Bei einer Frage nach früherer Fähigkeit ist Yes, I could dagegen passend.