Some oder any im Englischen: Regeln, Fragen und typische Fehler

Some bezeichnet häufig eine vorhandene, nicht genau genannte Menge: some apples, einige Äpfel, oder some water, etwas Wasser. Any steht oft in offenen Fragen und bei verneinten Mengen: Do you have any questions? (Hast du Fragen?) und I don’t have any questions (Ich habe keine Fragen). Das ist ein hilfreiches Grundmuster, aber noch nicht die ganze Regel.

In Angeboten und Bitten ist auch eine Frage mit some natürlich: Would you like some tea?, Möchtest du Tee? Außerdem kann any in einem bejahenden Satz freie Wahl ausdrücken: Choose any colour, Wähle irgendeine Farbe; jede ist möglich. Entscheidend sind also nicht nur Fragezeichen und Verneinung, sondern auch die Absicht der Aussage.

Die wichtigsten Verwendungen mit Hörbeispielen

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Deutsch dieselben englischen Wörter wiedergibt. Manchmal passt „etwas“ oder „einige“, manchmal „kein“, und manchmal braucht die deutsche Übersetzung gar kein eigenes Wort. Höre die ganze Aussage, statt nur ein einzelnes Wort zu ersetzen.

Ausdruck Verwendung Beispiel
some Unbestimmte Menge I have some friends in London.Ich habe einige Freunde in London.
any Keine Menge vorhanden I don’t have any money on me.Ich habe kein Geld dabei.
any Offene Frage Do you have any brothers or sisters?Hast du Geschwister?
some Angebot Would you like some coffee?Möchtest du Kaffee?
some Bitte Can I have some water, please?Kann ich bitte etwas Wasser haben?
any Freie Wahl Any bus goes there.Jeder beliebige Bus fährt dorthin.
not any Verneinte Menge There isn’t any milk left.Es ist keine Milch mehr übrig.

Bei not any trägt not die eigentliche Verneinung. Any allein heißt also nicht „kein“. Und im letzten Beispiel beschreibt milk eine Menge, obwohl das Wort weder eine Zahl noch eine Pluralendung enthält. Diese beiden Beobachtungen helfen bei vielen weiteren Sätzen.

Some mit Plural und nicht zählbaren Nomen

Bei zählbaren Dingen steht some gewöhnlich vor dem Plural: some tickets, einige Eintrittskarten; some chairs, einige Stühle. Eine genaue Anzahl bleibt offen. Es kann sich um zwei, fünf oder mehr handeln, abhängig vom Zusammenhang. Some bedeutet nicht automatisch „wenige“.

I bought some apples for the journey.
Ich habe ein paar Äpfel für die Reise gekauft.

Bei einer nicht zählbaren Menge steht das Nomen normalerweise ohne Plural: some bread, etwas Brot; some information, einige Informationen. Dass die deutsche Übersetzung einen Plural verwendet, ändert die englische Konstruktion nicht.

We need some information about the course.
Wir brauchen Informationen über den Kurs.

Für einen einzelnen gewöhnlichen Gegenstand brauchst du eher a oder an: a ticket, eine Eintrittskarte. I bought some ticket ist kein neutrales Grundmuster für „Ich habe eine Eintrittskarte gekauft“. Some mit Singular kann eine besondere Bedeutung haben, etwa „irgendein bestimmter, nicht näher genannter“. Für den Einstieg trennst du diesen Gebrauch von Mengenangaben mit Plural und Stoffnamen.

Any in einer offenen Frage

Mit any kannst du erfragen, ob überhaupt etwas vorhanden ist: Do you have any questions?, Hast du Fragen? Du lässt offen, ob die Antwort ja oder nein lautet. Das Wort ist dabei häufig nicht betont und braucht im Deutschen keine zusätzliche Übersetzung wie „irgendwelche“.

Is there any milk in the fridge?
Ist Milch im Kühlschrank?

„Ist irgendwelche Milch im Kühlschrank?“ wäre in vielen Alltagssituationen unnötig schwerfällig. Eine natürliche Übersetzung bildet die Funktion ab: Du prüfst die Verfügbarkeit. Die genaue Menge oder Sorte muss noch nicht wichtig sein.

Did you receive any messages?
Hast du Nachrichten bekommen?

Dieses Muster funktioniert in verschiedenen Zeiten. Any verlangt weder Gegenwart noch Vergangenheit. Die Zeitform ergibt sich aus dem Ereignis, über das du sprichst. Auch Have you had any problems?, Hattest du Probleme?, ist möglich, wenn du Erfahrungen bis jetzt erfragst.

Eine Frage ist trotzdem nicht automatisch ein Befehl, some durch any zu ersetzen. Erwartungen, Angebote und Bitten verändern die Perspektive. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf die folgenden Fälle.

Some in Angeboten und Bitten

Wenn du Tee anbietest, gehst du gewöhnlich davon aus, dass Tee verfügbar ist. Would you like some tea? stellt deshalb ein Angebot dar. Du erkundigst dich nicht in erster Linie, ob irgendwo überhaupt Tee existiert.

Would you like some bread with your soup?
Möchtest du Brot zu deiner Suppe?

Eine Bitte funktioniert ähnlich: Could I have some water?, Könnte ich etwas Wasser haben? Du bittest um eine unbestimmte Menge und erwartest, dass die andere Person dir helfen kann. Die Frageform ändert daran nichts.

Can you give me some advice?
Kannst du mir einen Rat geben?

Auch Do you have some time? kann als indirekte Bitte oder bei einer positiven Erwartung natürlich sein. Do you have any time? kann eher offen prüfen, ob überhaupt Zeit verfügbar ist. Diese Nuancen sind keine festen Übersetzungen; Tonfall und Situation wirken mit.

Es wäre deshalb irreführend, Would you like any tea? pauschal für ungrammatisch zu erklären. In einem passenden Zusammenhang kann auch diese Frage vorkommen. Für ein einfaches freundliches Angebot ist Would you like some tea? jedoch ein gut wiederverwendbares Grundmuster.

Not any und no: eine Menge vollständig verneinen

Für „kein Geld“ kannst du not any money mit einem verneinten Verb oder no money mit einem bejahenden Verb verwenden. Die Bedeutung kann sehr ähnlich sein: I don’t have any money und I have no money sagen beide, dass kein Geld vorhanden ist.

There aren’t any chairs in the room.
Im Raum sind keine Stühle.

There are no chairs in the room.
Im Raum sind keine Stühle.

Für diese gewöhnliche Standardaussage vermeidest du There aren’t no chairs. Verwende entweder aren’t any oder are no. Formen mit mehrfacher Verneinung kommen in bestimmten Dialekten und bewusstem Stil vor; sie sind aber nicht das neutrale Muster, das du hier einübst.

Not some ist ebenfalls möglich, hat jedoch oft eine andere Aussage. I didn’t read some of the messages kann bedeuten, dass du einige Nachrichten nicht gelesen hast, andere aber schon. Das ist etwas anderes als I didn’t read any of the messages, Ich habe keine der Nachrichten gelesen.

Achte deshalb auf den Umfang der Verneinung. „Nicht einige“ und „gar keine“ sind nicht austauschbar. Zusätze wie at all, überhaupt, machen die vollständige Abwesenheit besonders deutlich: I don’t have any money at all.

Any als freie Wahl: irgendein, jeder beliebige

In You can choose any book steht any in einer bejahenden Aussage. Es bedeutet, dass die Auswahl nicht auf einen bestimmten Titel begrenzt ist: Du kannst irgendein Buch auswählen, jedes wäre erlaubt.

You can call me any day this week.
Du kannst mich diese Woche an jedem beliebigen Tag anrufen.

Das ist keine Aufforderung, jeden Tag anzurufen. Any day lässt die Wahl offen. Every day würde dagegen alle Tage der betrachteten Reihe einbeziehen: Call me every day, Ruf mich jeden Tag an.

Vor einem zählbaren Nomen steht dieser Gebrauch oft im Singular: any seat, jeder beliebige Platz; any colour, jede beliebige Farbe. Die Form unterscheidet sich von der offenen Mengenfrage Are there any seats?, Gibt es freie Plätze?

Any student can ask a question.
Jeder Schüler und jede Schülerin kann eine Frage stellen.

In dieser Aussage sind alle einzelnen Personen zugelassen. Some students can ask a question würde nur eine nicht genauer genannte Teilgruppe nennen. Der Unterschied betrifft also den Umfang der Aussage, nicht bloß ihren grammatischen Satztyp.

If, without und hardly: any ohne sichtbares not

Ein Satz braucht kein ausgeschriebenes not, damit any natürlich ist. Without drückt bereits eine Abwesenheit aus: without any help, ohne jede Hilfe. Hardly bedeutet kaum: hardly any time, kaum Zeit.

She left without any luggage.
Sie reiste ohne Gepäck ab.

There is hardly any milk left.
Es ist kaum noch Milch übrig.

Bei if wird eine Möglichkeit eröffnet: If you have any questions, ask me, Falls du Fragen hast, frag mich. Du behauptest noch nicht, dass Fragen tatsächlich vorhanden sind. Deshalb passt das offene any gut zu solchen Bedingungen.

Auch hier sind keine Verbote nötig: If you have some free time, we could meet ist natürlich, wenn eine gewisse freie Zeit als mögliche Gelegenheit betrachtet wird. Der Unterschied lässt sich nicht allein aus dem Wort if berechnen. Für deine eigenen ersten Sätze sind feste Muster wie If you need any help… besonders nützlich.

Never trägt ebenfalls negative Bedeutung: I never have any trouble with it, Ich habe damit nie Schwierigkeiten. Wer nur nach not sucht, würde diese Verwendung übersehen. Lies deshalb die gesamte Aussage, bevor du die Menge einordnest.

Some of und any of: aus einer bestimmten Gruppe

Some books nennt einige Bücher, ohne die Gesamtgruppe näher festzulegen. Some of these books meint einige aus genau diesen Büchern. Nach of kann ein bestimmter Artikel, ein Demonstrativbegleiter, ein Possessivbegleiter oder ein Pronomen stehen.

Some of my friends live abroad.
Einige meiner Freunde leben im Ausland.

I don’t know any of them.
Ich kenne keinen von ihnen.

Für die allgemeine Mengenangabe heißt es some books, nicht some of books. Für die bestimmte Gruppe heißt es some of the books, nicht some the books. Diese kleinen Wörter verändern den Aufbau, auch wenn Deutsch beide Aussagen mit „einige“ beginnt.

Mit einem nicht zählbaren Nomen funktioniert dieselbe Teilmengenidee: some of the water, ein Teil des Wassers. Some of the water is warm hat ein Verb im Singular; Some of the bottles are empty ein Verb im Plural. Maßgeblich ist hier die Art der Menge, auf die du dich beziehst.

Bei any of können je nach Bedeutung und Stil unterschiedliche Kongruenzmuster vorkommen. Für klare eigene Sätze kannst du zunächst sichere vollständige Verbindungen wie I haven’t read any of these books verwenden, statt eine allgemeine Singularregel für jedes any zu behaupten.

Wann du kein some brauchst

Deutsch verwendet bei vielen allgemeinen Aussagen keinen Artikel: „Ich trinke Wasser“, „Ich mag Äpfel“. Englisch kann das ebenfalls: I drink water, I like apples. Es muss nicht vor jedem Plural und jedem Stoffnamen some stehen.

I like coffee.
Ich mag Kaffee.

I’d like some coffee.
Ich hätte gern etwas Kaffee.

Der erste Satz beschreibt eine allgemeine Vorliebe, der zweite einen Wunsch nach einer konkreten unbestimmten Menge. I like some coffee ist ohne weiteren Zusammenhang keine gleichwertige Übersetzung der allgemeinen Vorliebe; mit einer besonderen Lesart könnte es etwa um bestimmte Kaffeesorten gehen.

Eine ähnliche Unterscheidung zeigt Dogs need water, Hunde brauchen Wasser, gegenüber Some dogs are waiting outside, Draußen warten einige Hunde. Die zweite Aussage betrifft eine Teilgruppe. Ob Deutsch dabei ein eigenes Mengenwort braucht, ergibt sich aus dem gemeinten Inhalt.

Someone, anyone, something und anything

Die Wortfamilien übertragen ähnliche Bedeutungen auf Personen und Dinge: someone oder somebody bezeichnet jemanden; something etwas. Anyone, anybody und anything passen häufig zu offenen Fragen, negativen Aussagen und freier Wahl.

Someone is waiting outside.
Draußen wartet jemand.

I didn’t hear anything.
Ich habe nichts gehört.

Die Verben stehen in solchen Grundmustern im Singular: Someone is here, nicht Someone are here. Ein beschreibendes Adjektiv folgt dem zusammengesetzten Wort: something useful, etwas Nützliches; somewhere quiet, irgendwo, wo es ruhig ist. Useful something ist nicht die entsprechende normale Reihenfolge.

Bei einem Angebot bleibt something möglich: Would you like something to drink?, Möchtest du etwas trinken? Bei freier Wahl steht etwa You can ask anyone, Du kannst jede beliebige Person fragen. Die zusammengesetzten Formen bestätigen also erneut, dass „Frage = any“ nur eine grobe Einstiegshilfe ist.

Menge, Absicht und Nomen zusammen prüfen

Überlege zuerst, ob du eine vorhandene Menge nennst, ihr Vorhandensein offen erfragst, sie verneinst oder freie Wahl ausdrückst. Prüfe dann das Nomen: Plural, nicht zählbare Menge oder ein einzelnes Element bei freier Wahl. Erst danach entscheidest du über some, any und gegebenenfalls of.

„Etwas“ und „einige“ sagen noch nicht, ob eine Menge groß ist. Für „viel“, „viele“ und „zu viel“ brauchst du andere Mittel; die Seite much und many erklärt sie. Eine Form wie some advice bleibt unabhängig davon nicht zählbar, wie nützlich oder umfangreich die Hinweise sind.

Im Quiz kannst du vorhandene Mengen, vollständige Verneinungen und freie Wahl auseinanderhalten. Wenn du danach im Englischkurs von Fluera mit ganzen Sätzen weiterübst, achte besonders darauf, was die sprechende Person voraussetzt und was sie erst wissen möchte.

Üben

Frage 1 von 15

Gekaufte Menge nennen: I bought ___ apples this morning.

Häufige Fragen

Steht some nur in bejahenden Sätzen?
Nein. Some ist auch in Angeboten, Bitten und Fragen mit positiver Erwartung häufig: Would you like some tea?. Entscheidend ist die Absicht, nicht nur das Fragezeichen.
Bedeutet any immer irgendwelche?
Nein. In einer offenen Frage braucht Deutsch oft kein entsprechendes Wort: Do you have any questions?, Hast du Fragen? Bei freier Wahl kann any jeder beliebige bedeuten.
Was ist der Unterschied zwischen not any und no?
Beide können eine Menge vollständig verneinen: I don’t have any money oder I have no money. Für dieses Standardmuster kombinierst du nicht zusätzlich not mit no.
Warum ist any day nicht dasselbe wie every day?
Any day lässt einen beliebigen Tag zur Wahl. Every day bezieht alle Tage ein. Eine Erlaubnis, an einem beliebigen Tag anzurufen, verlangt keinen täglichen Anruf.
Kann some vor einem nicht zählbaren Nomen stehen?
Ja: some water, some advice, some information. Die deutschen Übersetzungen können anders aufgebaut sein; die englischen Nomen bleiben in diesen Bedeutungen nicht zählbar.
Wann brauche ich some of?
Wenn du eine Teilmenge einer bestimmten Gruppe nennst: some of these books, einige dieser Bücher. Ohne eine solche Bestimmung lautet das einfache Muster some books.
Heißt es someone is oder someone are?
Das Grundmuster lautet someone is. Die zusammengesetzten Wörter wie someone und something werden in diesen Aussagen mit einem Verb im Singular verbunden.